Dessauer Ufer

In Hamburg soll ein neuer Gedenkort an die Verbrechen der Nationalsozialisten erinnern. Die »Initiative Dessauer Ufer« versucht das Gebäude im ehemaligen Hamburger Freihafen zu einem Ort des Erinnerns werden zu lassen. Am 1. Mai 2019 lud die antifaschistische Initiative, meist junger HamburgerInnen, ein. Unter den Gästen sind auch Überlebende des ehemaligen KZ-Neuengamme, sowie Freunde und Verwandte die wegen der Gedenkfeierlichkeiten des Jahrestages zur Befreiung in der Stadt sind.

Das Lagerhaus G am Dessauer Ufer befindet sich auf dem Kleinen Grasbrook im ehemaligen Hamburger Freihafen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Veddel. Der Speicher, der ab 1903 im Rahmen der damaligen Hafenerweiterung als Tabaklager u.a. für Reemtsma errichtet wurde, diente im NS als Außenlager des KZ Neuengamme. Von Juli bis September 1944 wurden dort 1500 jüdische Frauen aus Tschechien und Ungarn, direkt anschließend bis Ende Oktober 1944 2000 männliche KZ-Häftlinge inhaftiert. Alle dort untergebrachten Häftlinge mussten im Rahmen des sog. „Geilenberg- Programms“ Bau – und Auffräumarbeiten verrichten, u.a. bei den Hamburger Wasserwerken, bei Mineralölfirmen und neben weiteren Hafenbetrieben auch bei der Reichsbahn. Am 25.10.1944 starben bei einem alliierten Bombenangriff auf das Lagerhaus ca. 150 KZ-Häftlinge. In einer zweiten Phase wurde das Lagerhaus G ab 15.2.1945 mit 800 männlichen KZ-Häftlingen belegt. Neben der Nutzung als KZ-Außenlager gab es im Lagerhaus G auch ein Zwangsarbeitslager für Italienische Kriegsgefangene. Der Text ist von der »Initiative Dessauer Ufer« übernommen. initiativedessauerufer.noblogs.org

Mark Mühlhaus